Es rumpelt und pumpelt

Im ganzen Land. Was als leichte Unruhen in Celano begann, nahm nach der Abdankung des Re in den letzten Tagen ganz neue Dimensionen an. Unsere Korrespondenten im ganzen Reich berichten stündlich von Ereignissen und Veränderungen, die jeden Novaren unruhig lassen werden. Einen Überblick zu behalten, ist schwer. Hier nur der Versuch… 

Am schlimmsten ist die Lage derzeit wohl in der Hauptstadt San Vincenzo. Nachdem der Re neben dem Königsthron auch auf alle Rechte am Fürstentum Sersale verzichtete, splitteten sich die Ansichten über die Zukunft der Provinz. Es kristallisierten sich starke Fraktionen in Norden und im Süden heraus, geführt von Carlo Ravioli und Alessandro di Martin. Letzterer wurde gestern als neuer König eines Königreiches Sersale ausgelobt, nachdem sich der Norden und der Süden auf diese Option einigten. Die novarische Hauptstadt, unter Führung von Bürgermeister Galotti, agiert massiv gegen das Vorhaben, und erklärte sich zur freien Stadt. Mittlerweile sind Armeeverbände angerückt, welche die Hauptstadt belagern sollen. Den Hauptstädtern zur Hilfe eilen nun celanische Truppen, berichten Augenzeugen.

In Oriente kam es in den letzten Tagen zu den blutigsten Ereignissen, man berichtete über Anschläge und rohe Gewalt. Orientes Führer Ottorino Savonarola will die Gunst der Stunde nutzen, und dem vernachlässigten Osten mehr Gewicht verleihen, sowie alte Gebietsansprüche geltend machen. Seine Gegner nennen sich Söhne der Venus, bisher blieb allerdings unklar, was diese Gruppierung bezweckt und fordert.

Celano ist weitgehend unter der Kontrolle der Clique der Viscontis. Allerdings gibt es auch innerhalb der Familie Zwist über die Zukunft der Provinz. Ottone Visconti führt die derzeitige Machthaberclique. Aber auch ein starker Mann aus dem Osten, Marco Romolo, könnte in Celano in Zukunft eine größere Rolle spielen.

In Marati wurde die Fürstenfamilie entmachtet, und eine Militärregierung eingerichtet. Die Rolle des Militärs ist in Gran Novara derzeit höchst undurchsichtig. Zu jeder Stunde schlagen sich Truppenteile auf die eine, oder die andere Seite. Mächtigster Mann beim Militär ist derzeit Andrea Carafa. Er koordiniert weitgehend die Aktionen der Armee, und war auch für die Besetzung wichtiger Reichsinstitutionen verantwortlich. Er und sein Generalstab vertreten nach Außen die Verteidigung des Königreiches, verfolgen aber auch eigene Ziele.

Die Ausrufung der Novarischen Republik durch Giuseppe de Rossi verhallte in den Wirren der letzten Tage. Zwar gibt es im Volksrat durchaus Ambitionen, das Vorhaben umzusetzen, aber diese Fraktion hat derzeit wohl die wenigsten Unterstützer. Vor allem fehlt der republikanischen Fraktion der Rückhalt der Armee und die Solidarität der Provinzen.

Viele Menschen in Gran Novara suchen Hoffnung in der Novarischen Kirche. Zu Beginn äußerte sich der Primas nur zögerlich, mittlerweile bezieht er zumindest klar Stellung gegen Gewalt und Bürgerkrieg. Die Kirche ist derzeit im Reich die einzige einende Instanz und könnte am ehesten auf alle Parteien einwirken und Verhandlungen ermöglichen. Auch ist es die NKK, die offen eine Königswahl fordert, wenn auch nicht besonders laut und mit einer Stimme.

Was das alles bedeutet und wo das hinführt, ist derzeit nicht wirklich zu analysieren. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob die alte Ordnung noch Bestand hat, oder ob wir die Geburt eines neuen Systems erleben. Sicher ist jedoch, dass derzeit keine der Fraktionen bereit ist, über einen gemeinsamen Fahrplan zur Beendigung der Konflikte zu verhandeln. Wer am Ende die Streithähne an einen Tisch bringt, oder ob das Reich in viele Stücke zerfällt, bleibt nur Spekulation.

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